Neuorientierung nach Corona oder anderen Krisen

Aktualisiert: Jan 24


Im Moment hört man oft, dass jede Krise seine Chancen birgt und man das beste daraus machen soll. Viele Experten sprechen davon, dass Krisen eine tolle Gelegenheit für eine Neuorientierung bieten.


Aber: Wie geht Neuorientierung?


Der folgende Artikel soll dir Antworten zu folgenden Fragen liefern:


  • Wie funktioniert eigentlich Neuorientierung?

  • Wer hat meine bisherige Orientierung bestimmt?

  • Wie kann ich meine zukünftige Orientierung selbst in die Hand nehmen?

  • Was hat Liebe damit zu tun?


Am Ende des Artikels findest du dann auch eine Übung, mit der du direkt loslegen kannst.

Der Orientierung ausgeliefert:


Jeder von uns ist in die eine oder andere Richtung orientiert. Diese Orientierung führt in deinem Leben zu gewissen Entscheidungen, in denen du dich für oder gegen eine bestimmte Sache, einen bestimmten Job, Ausbildung, Beziehung etc. entscheidest.


Wer glaubt, er/sie trifft diese Entscheidungen bewusst, der irrt sich. All unsere Entscheidungen sind ein Ergebnis unserer unbewussten Orientierungen. Diese begleiten uns schon durch unser ganzes bisheriges Leben und treffen automatisiert die Entscheidungen in den verschiedensten Augenblicken. Dafür gibt es heute schon unzählige wissenschaftliche Beweise und trotzdem ist das Wissen darüber noch viel zu wenig verbreitet.

Wer entscheidet da in uns?

Unsere Orientierungen tragen zum großen Teil das Gesicht unserer Eltern, Großeltern, Geschwister und ganz allgemein jener Personen, die uns in unserer Kindheit er-zogen haben. In diesem Wort „erzogen“ steckt die spätere Orientierung auch schon drinnen:

Man wird in eine bestimmte Richtung gezogen.


  • Wonach entscheiden die Menschen, in welche Richtung sie uns (er)ziehen wollen?

  • Können sie es überhaupt wirklich bewusst entscheiden?

Ein Beispiel wird Antworten liefern:


Stell dir vor, ein Kind wird in ein Elternhaus geboren, in welchem z.B. Geld als etwas Schlechtes betrachtet wird. Die Eltern haben z.B. negative Erfahrungen mit diesem Thema gemacht und tragen Gedanken in sich wie:


  • Geld ist schlecht.

  • Jeder, der viel Geld hat, ist ein Betrüger.

  • Mit ehrlicher Arbeit, kann man nicht viel Geld verdienen.

  • Geld stinkt.

  • usw.

Dieses Kind wird ziemlich sicher ganz automatisch und unbewusst von den Eltern im Bezug auf Geld in eine bestimmte Richtung erzogen und dadurch orientiert - nämlich eher weg vom Geld.


Angenommen, dieses Kind wird mit der Zeit zu einem jungen Erwachsenen und möchte beginnen, selbst mehr Geld zu verdienen, weil es mit der Zeit gelernt hat, dass dadurch auch gewisse Vorteile mit einhergehen und Geld durchaus auch positive Seiten mit sich bringt.


Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, wird es aber leider so sein, dass dieser Mensch größere Herausforderungen haben wird, viel Geld zu verdienen, ohne dass er/sie versteht warum. Während anderen scheinbar das Geld ständig zufließt, scheint es so, als hätte es das "Schicksal" mit einem selbst nicht so gut gemeint.


Das Schicksal zu einem gewissen Grad selbst in die Hand nehmen.


Als Kind ist man von dem abhängig, was einem die Bezugspersonen sagen und lernen. Gerade die Eltern sind in den ersten Lebensjahren unsere Götter. Sie sichern unser Überleben, geben uns Nahrung und Liebe. Wir vertrauen ihnen blind und genauso übernehmen wir zu einem großen Teil deren Ansichten, Einstellungen und Werte.


Irgendwann sind wir dann "erwachsen" und haben vieles von dem, was wir mitbekommen hatten, abgelegt und uns selbst eine neue, eigene Meinung gebildet.


ALLERDINGS:



Aus Liebe und Loyalität diesen Bezugspersonen gegenüber, halten wir unbewusst einige dieser Einstellungen, Sichtweisen und Werte weiterhin aufrecht. Ganz tief in uns liegt nämlich eine Angst, die absolut menschlich und zugleich unglaublich stark ist:


Die Angst nicht mehr geliebt oder ausgeschlossen zu werden.


Diese Angst tragen wir alle ganz tief in uns und sie ist es, die uns manchmal durch unser Leben steuert.


Aus dieser Angst heraus, halten wir unbewusst manches ins uns aufrecht, was uns sabotiert, hinter unseren Möglichkeiten zurückbleiben lässt oder wie ein grauer Nebel vor unserem persönlichen erfüllenden Weg liegt, sodass wir ihn (noch) nicht sehen können.


In der psychologischen Beratung unterstütze ich meine Klienten, diese unbewussten Verhaltensweisen zu erkennen und gleichzeitig neue Potentiale zu entdecken.


Hier findest du jetzt gleich eine Übung, mit der du sofort starten kannst:



Übung zur Neuorientierung!

Ja, es ist richtig, die Corona Krise gibt uns die Möglichkeit uns neu zu orientieren. Aber das verlangt, dass wir an uns arbeiten. Es ist Zeit, herauszufinden, was dich innerlich durch dein Leben steuert, was tatsächlich hinter deiner unbewussten Orientierung steckt.

Du kannst damit beginnen, die Lebensgeschichte deiner Großeltern in Erfahrung zu bringen.

Warum? Weil sie großteils für die Orientierung deiner Eltern verantwortlich waren.


Forsche also genau nach:


  • Was haben die Großeltern genau in ihrem Leben erlebt?

  • Welche Berufe haben sie als gut und welche als weniger gut wahrgenommen?

  • Welche Erfahrungen haben sie mit Liebe, Erfolg, Geld, Männer bzw. Frauen gemacht?

  • Was waren ihre Eltern für Menschen?

Frage dich dabei: Wie könnten sie diese Erfahrungen im Bezug auf ihre Einstellungen, Werte, Sichtweisen und Wahrnehmung geprägt haben?

Als nächstes sind deine Eltern dran.


Bringe das gleiche in Erfahrung und überlege dir dann, wo du Überschneidungen mit deinen Großeltern siehst.

Zum Schluss überlege dir:

  • Wie hat dich das, was du in Erfahrung gebracht hast, selbst geprägt?

  • Wie ist dadurch eine unbewusste Orientierung in dir entstanden?

Wenn du noch weiter gehen willst, biete ich dir gerne in der psychologischen Beratung Unterstützung dabei an, dich neu zu orientieren.

Alles Liebe, Nikolaus!




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